Klassiker der Filmgeschichte

29. November 2019 FK3_04 Stand by Me

FK3_04 Stand by Me

Endlich gehen wir in der Zeit mal wieder ein bisschen weiter zurück – diesmal ins Jahr 1986. Unsere Gästin Luise (@headbreak) war diesen Sommer auf einem längeren Trip in den USA, wo sie sich unter anderem auf die Spuren von Stephen King begeben hat, und hat uns als einen ihrer persönlichen Filmklassiker „Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers“ mitgebracht. Das ist ja eine der wenigen Verfilmungen einer King-Vorlage, mit der der Autor sehr zufrieden war. Uns kommt es tatsächlich wie eine eher ungewöhnliche King-Variante vor, denn Eric vermisst zuallererst die Horrorelemente. Wenn es nun aber kein Horrorfilm ist, was zeichnet „Stand by Me“ dann aus, was hat ihn so tief in das kulturelle Gedächtnis unserer Generation eingebrannt?
Wir sprechen über Kindheit, Jugend und Erwachsenwerden, über Freund*innenschaft, die nicht ein ganzes Leben anhalten muss, um gut gewesen zu sein, über Charme und Zusammenspiel der vier unterschiedlichen Hauptcharaktere, über Väter, Söhne und Männlichkeit, über titelgebende Musik, aber auch über Fatshaming und die Abwesenheit von Frauen. Hört rein!

I never had any friends later on like the ones I had when I was twelve. Jesus, does anyone?



FK3_03 Eyes Wide Shut

Ungeplant scheint sich diese Staffel der „Klassiker der Filmgeschichte“ zu einem 90er-Special zu entwickeln. Denn unsere Gästin Sumi (@captainsumi) hat uns diesmal als einen ihrer persönlichen Filmklassiker „Eyes Wide Shut“ aus dem Jahr 1998 mitgebracht – einen Film, der gefühlt ganz anderes vermarktet wird, als er wirklich ist. Denn hinter der erotischen Fassade verbirgt sich ein spannendes Zusammenspiel aus Form und Inhalt, in dem vor allem eine Frage im Mittelpunkt steht: Was ist Traum, was ist Wirklichkeit, und ist das eigentlich überhaupt wichtig? Wir sprechen über Beziehungen und die Grundfeste, auf denen sie aufbauen, über Monogamie und Polygamie als Beziehungsideale, über mächtige Männer, fragile Männlichkeit und Macht im Zusammenhang mit Sexualität sowie Emanzipation. Hört rein!

And no dream is ever ... just a dream.



FK3_02 Die Truman Show

Wir bleiben den 90ern auch in der zweiten Folge der dritten Staffel „Klassiker der Filmgeschichte“ treu: Unsere Gästin Christiane (@christianeattig) vom Film- und Psychologie-Podcast „Brainflicks“ und vielen mehr hat uns diesmal ihren persönlichen Filmklassiker „Die Truman Show“ aus dem Jahr 1998 mitgebracht. In einer Zeit, in der mit „Matrix“ ein weiterer Klassiker des Nachdenkens über Realität und Wahrheit in der Welt erschienen ist, bringt uns auch die Mediensatire über Truman Burbank, „seinen“ Regisseur Christof und das unbewusste Leben unter einer Kuppel uns zum Nachdenken: Wir sprechen über die Psychologie der Protagonist*innen und wie viel Wahrnehmung des Unrechts Truman ohne Einflüsse von Außen eigentlich gewinnen kann – und über Privilegien, Kapitalismuskritik und ganz viel über uns selbst und unseren Blick auf die Welt. Hört rein!

…und falls wir uns heute nicht mehr sehen: Guten Tag, guten Abend und gute Nacht!



FK3_01 Grüne Tomaten

Neues Jahr, neue Podcast-Staffel: Ja, man kann auch im August mit dem neuen Podcast-Jahr beginnen – und wir tun das gleich mit einem leckeren, sommerlichen Gericht: gebratenen grünen Tomaten. Moment, ist die Filmklassiker-Crew in ihrer Pause plötzlich zu den Kochpodcasts übergelaufen? Nein, keine Sorge. Aber unsere Gästin Kati (@catchkati), bekannt aus diversen Podcasts, hat uns ihren persönlichen Filmklassiker „Grüne Tomaten“ aus dem Jahr 1991 mitgebracht.

Gemeinsam sprechen Kati, Becci und Eric über weibliche Protagonistinnen und verschiedene Identifikationsangebote, Freund*innenschaft und/oder Liebe, Segregation und Befindlichkeitskino sowie Kannibalismus. Komische Mischung findet ihr? Dann solltet ihr erst recht reinhören (hehe). Wir freuen uns jedenfalls, zurück zu sein!



FK2_09 Das Kalte Herz

Von draußen vom Schwarzwalde kommen wir her,
und müssen euch sagen, es holländermichelt sehr.
All überall auf den Glashüttenspitzen
sahen wir den Wunsch nach viel Gold aufblitzen.
Und droben aus des Waldes Tor
sah mit kaltem Herzen Kohlenmunk-Peter hervor.“

Na, seid ihr ob unserer kleinen Veränderungen an DEM Weihnachtsgedicht-Klassiker schlechthin verwirrt? Wir haben versucht, es ein wenig dem Anlass anzupassen: In unserer diesjährigen Weihnachtsfolge widmen wir uns nämlich dem DEFA-Klassiker „Das kalte Herz“ aus dem Jahr 1950. Ganz im Zeichen des Themenmonats #DEFAzember sprechen wir über DEFA-Märchen im Allgemeinen, über den Schwarzwald als vermeintlichen Spielort eines in der DDR gedrehten Films, über alte Sagen und über unsere Gefühle bezüglich dieses doch recht gruseligen Vertreters seines Genres. Stellt sich bei uns dreien begleitet von Mandarinen- und Glühweinduft zu diesem Film ein Weihnachtsgefühl ein? Hört selbst!



FK2_08 Akira

Die zweite Staffel unserer Filmklassiker geht dem Ende entgegen – und als letzte Station unserer Weltreise sind wir wieder in Japan gelandet. Schon lange war es überfällig, dass „der Nerd“ Steffen vom NerdNerdNerd-Podcast (@NNN_Podcast) mal bei uns vorbei schaut und uns einen Film aus seinem Spezialgebiet, den animierten Filmen, mitbringt. Da hat er gleich in die Vollen gegriffen und mit Akira vielleicht DEN japanischen Anime-Klassiker ausgewählt, der dem westlichen Mainstream-Publikum das erste Mal Animes näher brachte.
Gut dass wir einen Experten da haben – denn wir haben Fragen. Der Film reißt wirklich viele philosophische Fragestellungen an, die dem menschlichen Sein und dem Prozess der Bildung einer Gesellschaft nachspüren, und lässt dabei Raum für ganz viel Interpretation. Und so besprechen Becci und Christopher zusammen mit Steffen vom detailreichen 2D-Animationsstil, der trotzdem erstaunliche Räumlichkeit schafft, über den Umgang mit den Frauenfiguren des Films (bzw. denen der Manga-Vorlage) bis hin zur Rolle von Pubertät und Körperlichkeit alles, was ihr schon immer über den Film wissen wolltet – vielleicht sogar die Frage, wer oder was eigentlich der namengebende Akira ist. Ob Albert Einstein in dem Film dabei ist, könnten wir allerdings nicht herausfinden. :) Viel Spaß, auf dass eure Köpfe beim Hören genauso rauchen wie unsere beim Schauen!



FK2_07 Der Weiße Hai

Auf der vorletzten Station unserer Filmklassiker-Weltreise hat es uns dieses Mal wieder in die USA verschlagen – genauer gesagt nach „Amity“. Zusammen mit Daniel (@sofakissen) nehmen wir uns diesmal einen Klassiker der etwas gruseligeren Sorte vor. Fans werden es am Ortsnamen schon erkannt haben: Es geht um „Jaws“ bzw. „Der weiße Hai“ – der erste Blockbuster von Steven Spielberg, ja vielleicht sogar der erste Blockbuster überhaupt. Ob das ganze nun ein Horrorfilm ist, darüber bestand Uneinigkeit. Auf jeden Fall hat sich ein Teil des Teams beim Schauen richtig schön gegruselt – und berichtet im Podcast eindrücklich davon :).
Außerdem werfen wir mithilfe der guten Dokumentarfilm-Lage, die sich um „Jaws“ entwickelt hat, einen Blick auf die „interessanten“ Produktionsbedingungen und müssen feststellen, dass vieles, was am Film so ikonisch wirkt, erst durch Probleme am Set und Improvisationstalent aller Beteiligten entstanden ist. Aber dabei bleibt es natürlich nicht: Wir beleuchten die Schnitt- und Kameraführung genauso wie die Schauspieler [sic!] und deren Dynamik miteinander, entdecken (unfreiwillig?) witzige Sätze in einer eher steifen deutschen Synchronisation und überlegen, was der Film uns eigentlich über Männlichkeit sagen will.



FK2_06 Asterix erobert Rom

Wir sind zurück in Europa – mit einem Filmklassiker, der sicher nicht nur die Samstagsabende unserer Jugend stark geprägt hat: Eric hat uns in „seiner“ Folge den Zeichentrick-Klassiker „Asterix erobert Rom“ aus Frankreich mitgebracht. Ja genau – das ist der mit „Passierschein A38“, dem Koch „Mannekenpix“ und all den anderen lustigen Aufgaben, die sich ins popkulturelle Gedächtnis unserer Generation (und wahrscheinlich auch schon vieler davor) eingeprägt haben.
Wir schlagen einen größeren Bogen durch die verschiedenen Asterix-Filme sowie den frankobelgischen Comic im Allgemeinen und diskutieren über den dem Comic sehr ähnlichen Animationsstil, Übersetzungsungenauigkeiten und die Frage, ob ein guter Sidekick wirklich ein tief gezeichneter Charakter sein muss.
Und, seid ihr in Gedanken auch schon wieder in der Welt des kleinen gallischen Dorfes, das der römischen Übermacht vehement Widerstand leistet? Wir schon



FK2_05 Alex Is Lovesick

Becci hat selbst mal ein Jahr in Israel gelebt – ziemlich schnell war deshalb klar, dass sie uns in „ihrer“ Folge einen israelischen Filmklassiker mitbringen würde. Wir müssen euch enttäuschen – es ist NICHT „Eis am Stiel“ geworden^^, aber ein späteres Werk vom gleichen Regisseur: „Alex is Lovesick“ von Boaz Davidson. Ästhetisch handelt es sich dabei um eine Art Mischung aus „Die Lümmel von der ersten Bank“ und „La Boum“. Aber hinter derbem und oft auch plattem Humor verbirgt sich ein tiefer Einblick in die israelische Gesellschaft der 50er Jahre – geprägt von Austerität, der Sehnsucht nach einer Heimat und dem Umgang mit den Traumata der Shoah. Wir diskutieren über überzeichneten Humor und Stereotypen, über die Unterschiede zwischen dem israelischen Kino der 70er/80er und heute und über die Frage, ob ein Filmklassiker automatisch ein besonders guter Film sein muss. Ob wir am Ende herausfinden konnten, warum dieser Film einen Platz im Herzen jeder israelischen Familie hat? Hört selbst!



FK2_04 Whale Rider

So weit weg von Deutschland – also rein räumlich gesehen – waren wir auf unserer Filmweltreise bisher noch nie: Der großartige Jan (@zwangsdemokrat) von den „Archivtönen“ nimmt Becci und Eric mit nach Neuseeland! Mit „Whale Rider“ von Niki Caro hat er uns einen noch eher jungen Filmklassiker des neuseeländischen Kinos mitgebracht, der uns die heutige Lebensrealität der Māori zeigt – geprägt vom inneren Konflikt zwischen dem Bewahren von Traditionen (denen man sich nicht nur verpflichtet fühlt, sondern an die man zutiefst glaubt) und dem Leben in einer modernen Gesellschaft. Dabei diskutieren wir über die feministischen Aspekte des Films in der Emanzipation der Hauptfigur Paikea, über (Familien-)Beziehungen, die sich nicht simpel in irgendwelche Schablonen einordnen lassen, und über die Frage, ob und wenn ja wie man als weiße Regisseurin die Verfilmung eines Maori-Buchklassikers voll von mystischen traditionellen Elementen angehen sollte.
Außerdem sind wir plötzlich irgendwie mitten in einer klassischen Held*innenreise gelandet und begeben uns auf die Suche nach einer*m Antagonist*in. So viele Parallelen zur klassischen griechischen Mythologie haben uns selbst überrascht. :)